Mergers & Acquisitions mit deutscher Beteiligung

April 13, 2010

Nach einer Analyse von Proventis fanden im Jahr 2009 ingesamt 1.508 Transaktionen „mit deutscher Beteiligung“ (Käufer und/oder Verkäufer deutsch)  statt. 2008 und 2007 waren es noch 1.964 bzw. 2.461 Transaktionen.

Das Volumen der Transaktionen mit veröffentlichten Kaufpreisen machte im Jahr 2009 110 Mrd. US$ aus, ein Rückgang von über einem Viertel gegenüber dem Vorjahr (148 Mrd. US$) und von über der Hälfte gegenüber 2007 (250 Mrd. US$). In 2009 war bei 265 Transaktionen der Kaufpreis bekannt; danach betrug das durchschnittliche Volumen in Transaktionen „mit deutscher Beteiligung“ (Käufer und/oder Verkäufer deutsch) 417 Mio. US$. In 2008, wo in dieser Gruppe von 405 Transaktionen der Kaufpreis bekannt war, wurde ein durchschnittliches Transaktionsvolumen von 366 Mio. USD erzielt.

Das Volumen aller „verkauften deutschen Unternehmen“ (Zielunternehmen aus Deutschland) mit öffentlichem Kaufpreis in 2009 kam branchenübergreifend auf 78 Mrd. US$. Damit lag es 22 Prozent unter dem Vorjahresvolumen von knapp 100 Mrd. US$. 2007 betrug das Transaktionsvolumen aller deutschen verkauften Unternehmen noch 150 Mrd. US$.

Im zweiten Halbjahr 2009 konnte ein Anstieg an M&A Transaktionen beobachtet werden und die Autoren der Analyse gehen davon aus, dass sich dieser Trend in diesem Jahr fortsetzen wird und gerade strategische Übernahmen zunehmen werden.

Quelle: Proventis

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Kapitalgeber und Gründer: Studie zur Kapitalsuche

Februar 13, 2010

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie wurde die Studie „Gründungsveranstaltungen und Businessplanwettbewerbe – Impulse für Kapitalgeber und Gründer“ durchgeführt. Sie wurde erstellt von Prof. Dr. Michael Schefczyk in Kooperation mit der Technischen Universität Dresden, Lehrstuhl für Entrepreneurship und Innovation.

In der Studie wird sehr gut dargestellt, welche Möglichkeiten sich für Unternehmensgründer durch Veranstaltungen und Businessplanwettbewerbe ergeben, um eine Finanzierung durch Business Angels oder Venture Capital Unternehmen zu erhalten.

Es wird beleuchtet über welche Wege es zum Erstkontakt zu Beteiligungsgesellschaften oder Business Angels kommt oder welche Strategien die Kapitalgeber verfolgen (Beteiligungsakquise / Deal Flow). Außerdem wird z.B. untersucht, welche Kapitalquellen Entrepreneure nutzen wollen und wie sie Informationen zu Kapitalgebern beschaffen. Interessant sind auch die Angaben über die Anzahl der von StartUps kontaktierten Kapitalgeber. Die Qualität der Studie basiert u.a. auf einer sehr hohen Fallzahl von Befragungen: 500 Gründer mit einem hohen Anteil an innovativen Vorhaben, 32 Beteiligungsgesellschaften und 10 Business Angels.

Im Fazit werden anhand von Best Practices Kernelemente für erfolgreiche Finanzierungsveranstaltungen und Businessplanwettbewerbe erarbeitet. Diese helfen nicht nur den potentiellen Ausrichtern, sondern bilden gleichzeitig auch Auswahlkriterien für Kapitalgeber und Kapitalnehmer, um die knappen Zeitressourcen in die richtigen Events und Wettbewerbe zu investieren.

Quelle: EXIST. Existenzgründungen aus der Wissenschaft; Studien-Link


M&A-Markt der europäischen Medien- und Unterhaltungsbranche

Oktober 3, 2009

Die Zahl der Übernahmen von Internetportalen versechsfachte sich seit 2005. Besonders aktiv sind Verlage: 36 Prozent aller Investitionen in Online-Portale stammen von ihnen. Das ergibt die Studie „Der Online-Faktor: Von der Integration zur Transformation“, die das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Ernst & Young und der Hightech-Verband BITKOM herausgegeben haben.

„Verlage, Sender und Produzenten kaufen derzeit gezielt Internet- Unternehmen auf, um besser in der Online-Wirtschaft Fuß zu fassen“, sagt BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer. „Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise beschleunigt diese strukturellen Veränderungen. Fusionen und Übernahmen haben dabei einen noch wichtigeren Stellenwert als bisher“, so Hanno Hepke, Partner bei Ernst & Young.

Beim Kauf eines bestehenden Netzwerks sind Zahl und Zusammensetzung der vielfach sehr engagierten Nutzer bekannt und es besteht die große Chance, schnell und einfach neue Zielgruppen zu erreichen. Umgekehrt profitieren die Portale von den Inhalten und der Qualität der traditionellen Medien. In Zukunft, so die Studie, werden Geschäftsmodelle mit Premiuminhalten eine wichtige Rolle spielen. Dabei wird das werbefinanzierte Basisangebot ergänzt von einem gebührenfinanzierten Premiumangebot.

Im europäischen Schnitt hat die Zahl der Übernahmen und Fusionen, an denen Unternehmen der Internetwirtschaft als Käufer oder Gekaufte auftreten, seit 2005 um rund 130 Prozent zugelegt, in Deutschland sogar um 161 Prozent. Damit trägt die Online-Branche den Anstieg der Transaktionen im gesamten Medien- und Unterhaltungsbereich praktisch allein.

Die größten Medien- und Unterhaltungsmärkte Europas sind zugleich die aktivsten Länder bei Übernahmen und Fusionen. Eine Gegenüberstellung der jeweiligen Nationen als Investor bzw. als Investitionsziel zeigt, dass von den Top-10-Nationen insbesondere Deutschland, Spanien, Italien und Russland häufiger Ziel von Aufkäufen sind als umgekehrt. Zugleich zeichnet sich eine Verschiebung von West nach Ost ab – vorrangig nach Russland und Polen. Die Investitionen in Osteuropa stiegen von 2005 bis 2008 um 75 Prozent. Die Investitionen in Russland legten im gleichen Zeitraum gar um 153 Prozent zu, für Polen stiegen sie um 150 Prozent.

Die Studie nennt unter anderem die folgenden Herausforderungen der Medien- und Unterhaltungsbranche:

  • fortschreitende Digitalisierung
  • Medienkonvergenz (Medien, Telekommunikation, IT)
  • Zielgruppen-Zersplitterung
  • sinkende und veränderte Werbeausgaben
  • technologische Neuerungen
  • Wachstende Bedeutung von Regionen wie Osteuropa, Lateinamerika, BRIC
  • liquide Medienunternehmen haben überpropotionale Vorteile durch Mergers & Acquisitions
  • bessere Messbarkeit von Reichweiten, Nutzung und Wirkungen

Besonders gelungen ist der methodische Aufbau der Studie, die im Vergleich zu manchen anderen Untersuchungen der Medienbranche einen echten Mehrwert für die Entscheider bietet.  Sehr gut sind Zusammenstellungen wie die „TOP-10-Geschäftsrisiken in der Medien- und Unterhaltungsbranche 2009“ oder Stichpunkte mit den entscheidenden Informationen über M&A-Transaktionen als strategisches Instrument.

Wichtig ist auch die aktuelle Multiplikatorenanalyse für verschiedene Mediensegmente, die einen wichtigen, ersten Anhaltspunkt bei Fragen der Unternehmensbewertung spielen.

Die Autoren stellen zudem eine hervorragende Übersicht über alle möglichen Geschäftsmodelle im Internet vor und helfen so Medienmanagern bei der strategischen Vorgehensweise, um im Internet Geld zu verdienen. Die Autoren unterscheiden zwischen sieben Internetgeschäftsmodellen:

  1. Werbefinanziertes Modell (Advertising Model)
  2. Affiliate Modell
  3. Maklermodell (Brokerage Model)
  4. Subskriptionsmodell
  5. Utility Modell
  6. Community-Modell
  7. Händler- / Herstellermodell.

Die Studie basiert auf der Analyse von 4.500 europäischen Medien- Transaktionen seit 2005. Sie kann von der BITKOM-Website kostenfrei heruntergeladen werden und ist ein absolutes „must have “ für alle Medienmanager, da sie deutlich mehr bietet als nur M&A Ratschläge und die wesentliche Punkte prägnant zusammenfasst.

Quelle: www.bitkom.org

Die oben vorgestellte Studie korreliert aus meiner Sicht auch gut mit den Ergebnissen eines aktuellen Panels im Auftrag der Deutschen Post DHL. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Ergebnisse einer weiteren guten Studie, die ich auf DigitalStrategyBlog.com vorgestelle und die sich unter anderem mit den strategischen Handlungsoptionen in konvergierenden Medienmärkten beschäftigt.

Weitere Informationen dieser Art gibt es auch unter www.twitter.com/markuscaspari.