Private Equity-Markt in Deutschland

Private Equity-Markt in Deutschland: Im Jahr 2009 wurden laut BVK fast 1.200 Unternehmen mit Beteiligungskapital finanziert, lediglich 10 Prozent weniger als im Vorjahr. Wenn niedrige Eigenkapitalquoten mit einer restriktiven Kreditvergabepraxis der Banken zusammenfallen, steigt die Nachfrage nach Finanzierungsalternativen zum klassischen Bankkredit.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich allerdings deutlich auf das Volumen der getätigten Private Equity-Investitionen ausgewirkt: hier ist 2009 im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um drei Viertel auf 2,36 Mrd. EUR zu verzeichnen. Allerdings gibt es im Jahresverlauf einen Aufwärtstrend: Mit 961 Mio. EUR wurde das vierte Quartal das mit Abstand investitionsstärkste (Q1: 343 Mio. EUR, Q2: 321 Mio. EUR, Q3: 736 Mio. EUR).

Investitionsrückgänge waren 2009 in allen Marktbereichen – Venture Capital, Wachstumsfinanzierungen und Buy-Out – zu verzeichnen. Besonders betroffen war allerdings der Buy-Out-Bereich, wo die großen Transaktionen insbesondere im ersten Halbjahr praktisch zum Erliegen gekommen waren. So lagen die Buy-Out-Investitionen im Jahr 2009 mit insgesamt 1.142 Mio. EUR mehr als 80 % unter dem Vorjahresniveau. Starke Erholungssignale kamen hier aber im vierten Quartal: Die Buy-Out-Investitionen waren in diesen drei Monaten höher als in allen drei Vorquartalen zusammen. Negativ für den gesamten M&A-Markt sind neben der Zurückhaltung der Banken auch die Kluft zwischen den Bewertungsvorstellungen von Käufern und Verkäufern sowie die unsicheren Zukunftsaussichten vieler Unternehmen. Dies wirkte sich nicht nur auf Buy-Outs sondern auch auf die mittelstandsorientierten Wachstumsfinanzierungen aus; sie lagen mit 498 Mio. € unter dem Vorjahresniveau (847 Mio. EUR). Venture Capital-Investitionen gingen von 1.107 Mio. EUR auf 611 Mio. EUR im Jahr 2009 zurück, wobei auch hier das vierte Quartal das mit Abstand investitionsstärkste war.

Wenig überrascht das Jahresergebnis 2009 für das Fundraising. Das Volumen der im Jahresverlauf neu eingeworbenen Mittel erreichte 1,24 Mrd. € und halbierte sich damit gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr (2,69 Mrd. EUR). Gleichzeitig bedeutet dies einen Rückgang unter das Niveau der ebenfalls konjunkturell schwierigen Jahre 2002 und 2003. Die institutionellen Investoren waren 2009 stark von den Einbrüchen auf den Aktienmärkten betroffen. Im Ergebnis hielten sie sich auch bei alternativen Kapitalanlagen stark zurück – Zusagen für neue Fonds waren Mangelware. Trotz dieser Flaute gibt es zahlreiche Private Equity-Gesellschaften, die noch über ausreichend Kapital aus den starken Fundraising- Jahren 2007 und 2008 verfügen.

Für dieses Jahr wird von einer Entspannung der Marktlage ausgegangen. Nachdem sich schon im Sommer 2009 eine erhöhte Investitionstätigkeit abzeichnete, untermauert die Entwicklung im vierten Quartal den Aufwärtstrend. Auch die aktuellen Ergebnisse der „Private Equity-Prognose 2010 des BVK“ deuten darauf hin, dass sich dieser Trend fortsetzt: Gut zwei Drittel der befragten BVK-Mitglieder rechnen 2010 mit einem Plus bei den Investitionen.

Weiteres Ergebnis der „Private Equity-Prognose“: Der Trend zu Minderheitsbeteiligungen und höheren Eigenkapitalanteilen setzt sich im Buy-Out-Bereich fort. Als Unsicherheiten für 2010 gelten vor allem die Banken und ihre Kreditvergabepraxis. Wenige Impulse werden für den Venture Capital-Markt erwartet. Hier verharrt die Branche auf niedrigen Investitionszahlen, weil es weiterhin zu wenige unabhängige Venture Capital-Fonds in Deutschland gibt.

Quelle: Bundesverband Deutscher Kaptialbeteiligungsgesellschaften (BVK)

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